Einheimisches Superfood Bärlauch – mit Rezepten

Der Bärlauch ist ein geniales Frühlings-Superfood und wächst von etwa Mitte März bis in den Juni hinein an exponierten Stellen grossflächig. Oft wird gelernt, Bärlauchblätter dürften nur so lange gepflückt und gegessen werden, bis der Bärlauch blüht. Das ist allerdings eine alte Mär, die mit der Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen zu tun hat. Seit jeher spriessen die Maiglöckchen ungefähr dann, wenn der Bärlauch anfängt Blütenknospen auszubilden. Um Verwechslungen mit dem giftigen Maiglöckchen zu verhindern, hat man von Generation zu Generation weitergegeben, Bärlauchblätter, nur bis vor der Blüte zu nutzen. Da Bärlauch aber sowieso nur gesammelt werden sollte, wenn man ihn mit hundertprozentiger Sicherheit von Maiglöckchen oder Herbstzeitlose unterscheiden kann, kann man ihn auch getrost bis in den Juni hinein essen. Allerdings sind die Blätter des blühenden Bärlauchs etwas zäher als die jungen und vom Geschmack her, eher weniger knoblauchig, dafür eher bitterer.

BaerlauchBärlauch hat es in sich

Der Knoblauch-Geruch und -Geschmack des Bärlauchs kommt von den Inhaltsstoffen Allicin, Alliine und Lauchöle. Weiter sind Flavonoide, Saponine, Polysaccharide, ätherische Öle und sogar etwas Zucker enthalten. Bärlauch ist reich an Vitamin C, Kalium und Mangan. Die Pflanze ist reine Medizin und tut uns besonders im Frühling gut, um unserem Körper einen Frühlingsputz zu gönnen. Bärlauch wirkt gegen Magen-Darm-Beschwerden, senkt den Blutdruck und den Cholesterinspiegel und beugt Gefässverkalkungen vor. Er gilt als blutreinigend, antibakteriell, entzündungshemmend, harntreibend, Stoffwechsel anregend und schleimlösend – also auf viele Arten ausleitend und reinigend.

Wer im Wildpflanzen-Sammeln noch zu den Anfängern gehört, sollte sich von kundigen Fachleuten die Bestimmungsmerkmale von Bärlauch genau erklären und auch zeigen lassen.

Da Bärlauch in grossen Mengen zu finden ist, sammelt man oft sehr viel und darum kann man nie genügend Bärlauch-Rezepte haben. Hier ein zwei meiner Favoriten:

Baerlauch_Tom_PestoNussiges Bärlauch-Tomaten-Pesto

Die Zutaten sind für ungefähr 2 dl Pesto gedacht:

1 kleine Hand voll Bärlauch (ca. 15 bis 20 Blätter)
1-2 EL eingeweichte und kleingeschnittene getrocknete Tomaten
(je nach dem wie tomatig man es mag)
0.5 dl Tomaten-Einweichwasser (ev. mehr, je nach Stärke des Mixers)
1-2 EL Walnusshälften
(je nach dem wie nussig man es möchte)
1 EL Olivenöl
1 TL Zitronensaft
1 Prise Meer- oder Steinsalz (wenn die Tomaten gesalzen sind, nicht nötig)
1 Prise schwarzer Pfeffer
1 Tropfen Stevia oder eine kleine Prise (Birken)Zucker
alles in einem Mixer kurz und im Intervallmodus mixen
das Pesto soll noch leicht stückig bzw. bröselig sein

Dieses Pesto schmeckt rohköstlich zu Zucchini- oder Kohlrabinudeln, als Marinade für Champignons und verdünnt als Salatdressing. Warm schmeckt es zu Pasta, Kartoffeln, Pseudogetreiden, zu Pilzen und zu vielen Gemüsen.

Baerlauch_KartoffelsalatKartoffelsalat «Vitamin C-Power»

Zutaten für eine grosse Portion als Hauptmahlzeit:

300 bis 400 g gekochte, mundgerechte Kartoffelstücke
(ich verwende sie warm, damit der Salat schlussendlich lauwarm ist)
100 bis 150 g rohes Sauerkraut
10-15 kleingehackte Giersch-Blätter (optional; sehr Vitamin C-reich)
15-20 kleingeschnittene Bärlauch-Blätter
alles in einer Schüssel mischen

Für die Sauce:

1 EL eingeweichte Cashews oder Mandelmus
1-2 TL Zitronensaft (je nach Geschmack)
1-2 TL Würzhefeflocken (optional, wenn man es käsig mag)
1 grosse Prise Kurkumapulver
1 Prise Kreuzkümmel (optional, für Kreuzkümmelfans)
1 Prise Meer- oder Steinsalz
1 Prise schwarzen Pfeffer
etwa 1 dl Wasser (je nach gewünschter Konsistenz)
in einem guten Mixer zu einem cremigen Dressing mixen
mit dem Salat vermischen

Meistens esse ich dieses Gericht pur. Super köstlich sind dazu aber im Ofen gebackene Räuchertofuscheiben. Ich schneide sie etwa 0.5 Zentimeter dick und backe sie rund 10 Minuten bei etwa 200 Grad (variiert je nach Backofentyp).

Schreibt mir in die Kommentare, ob euch die Rezepte schmecken.

 

 

 

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